kurios.at Blog

… stay tuned to the kurios.at Imperium

Kurze Kurzfassung:
Müll!

Kurzfassung:
Melodie: voll ok
Wiederholungsrate der Lieder: zu oft
Bühnenbild: nicht vorhanden
Professioneller Eindruck: Wurde gegen Ende weniger


Langfassung:
Die Karten waren ein Geschenk der Wien Energie dank eines Gewinnspieles. Hiermit Recht vielen Dank an euch. Sonst hätte ich noch an die €70,- pro Karte dafür bezahlt.

Am Beginn habe ich noch, wie es sich gehört, brav mitgeklatscht. Ich klatsche ja recht gerne. Nicht nur Zuhause bei den Obstfliegen, sondern auch im Theater. Wenn etwas wirklich gut ist, klatsch ich mir die Hände wund.

Aber schon nach ~20Minuten habe ich darauf verzichtet zu klatschen. Wofür eigentlich soll ich mir meine schöne glatte Männerhaut ruinieren? Bühnenbild war toll – denn es gab keines. Die Schauspieler hupften auf einer nackigen Bühne herum. Ach Entschuldigung, da stand ja noch diese wahnsinnig tolle Leinwand, die wie ein Buch aussah. Auf der sah man lustige witzige unterhaltsame irgendwelche sinnlosen Grafiken die mit den Geschehnissen auf der Bühne soviel zu tun hatten, wie HC Strache mit li(e)beraler Politik.

Auf den Seiten (links und rechts) sassen Kinder. Also der Kinderchor. Chöre haben ja die Angewohnheit zu singen. Normalerweise! Dieser nicht. Dieser Kinderchor sass auf so Pölster und schauten sich das Musical an. Abundzu haben sie ein bischen (unkoordiniert) mitgewippt. Ganz kurz standen sie auch auf, gingen ein paar Schritte und zeigten auf Joseph. Das war auch recht unkoordiniert – Haben die nie geprobt?

Bei manchen Lieder, wo der Kinderchor halt singen sollte, sangen nicht die Kinder die live auf der Bühne standen, sondern es wurde auf der super tollen Buchleinwand ein Video abgespielt wo man diese (oder auch andere) Kinder singen sah/hörte. Nein, werter Leser, ich habe keine Ahnung warum. Spontane Gruppenheiserkeit? Streik? Man weiß es nicht!

Ja, irgendwann gingen dann mal die Lichter aus (auf der Bühne) und der Vorhang ging zu.
Freude kam auf: Ist es aus? Frage an die Sitznachbarin: “Ist es aus?” Antwort: “Nein” Ich: “Schade” Sie: “Warum?” Ich: “Weil es sich zaht. Bühnenbild gibts da auch keines!” Eine junge Dame (inkl. Freundin) schräg vor mir sah mich an: “DANKE – Des ist ur fad” und verliesen die Halle und waren nie wieder gesehen.

In der Pause erfuhr ich: Die Szene wo an der Leinwand Sonne und Feuerwerk zu sehen waren, stellten ein Gefängnis dar, in dem Joseph sass. AAAAAAAAAAAAAAAAAhja!

Pause war aus, Halle war etwas leerer geworden. Viele Sitzplätze waren nun frei. Vorhang öffnete sich: Huch? Ein Bühnenbild? Wo kommt denn das auf einmal her? Das war so eine Stiegen mit komischen Gesicht an der obersten Stelle wo dann der Pharao sass. Wirkte auch nicht sehr professionell. Anyway, nach 15 Minuten war die Stiege sowieso wieder weg.

Nicht wirklich besser als in der ersten Hälfte. Die Sänger sangen lauter, so dass man nun den Text auch nicht mehr verstand. Wenn man ihn verstehen hätte können, waren die Backgroundsänger so laut das man es wieder nicht verstand. Eh wurscht, mittlerweile habe ich eh keinen Plan warums da eigentlich geht und ich wollte nur noch nach Hause.

Gegen Ende wurde es dann bunter. Die Kinder (auf den schwarzen Polstersessel) standen auf und nahmen den Bezug runter. Dadrunter waren bunte Pölster die sie in die Luft hielten und herumwedelten.
Muss ja nicht dazusagen, dass das wieder etwas unkoordiniert wirkte. Die einen Kinder tanzten, die anderen fuchtelten nur mit den Händen rum, so als müssten sie spontan irgendwas tun, was ihnen gerade in den Sinn kommt. Probe??

Da ich eh gerade ein Bedürfnis hatte, verlies ich die Halle und wartete bis zum Ende draussen vor der Türe. War im übrigen nicht der einzige, der zu diesem Zeitpunkt mit ang’fressenen Gesicht die Halle F der Wiener Stadthalle verlassen hat.

Fazit:
Kauft euch lieber Karten für Mamma Mia und/oder We will rock you. DAS sind ECHTE Musicals. Da ist Feuer auf der Bühne und richtig Stimmung im Publikum.

Denn Stimmung gab es bei der heutigen Vorstellung nicht. Es wurden immer weniger die mitgeklatscht haben. Und das nicht nur weil die Halle immer leerer wurde :-)

Das wars nun mit meiner Langfassung.

Post to Twitter Post to Delicious Post to Digg Post to Facebook

No TweetBacks yet. (Be the first to Tweet this post)

6 Comments

  1. Schön geschrieben Nico – hoffentlich lesen das auch ein paar Leute :) sonst wars ja fast umsonst ;)

  2. Helga
    12:11 on October 1st, 2008

    Könntest ja glatt Theaterkritiker werden ;-)
    Großartig deine Langfassung!

  3. j0$3f
    16:16 on October 1st, 2008

    Unterhaltsamer Text ;)

    Kaum zu glauben dass das wirklich so mies ist, wo der Joseph einen doch immer so nett auf dem Plakat angrinst. :P

  4. Joe
    12:18 on October 6th, 2008

    Hallo Nico!

    Kurzfassung zu deinem Exkurs: Müll!

    Langfassung erspare ich mir und allen anderen.
    Meine Meinung zum Stück: Einfach gestaltet, aber extrem gute Leistungen der nachwuchsdarsteller.
    Über Inszenierung kann man streiten.

    Joe

  5. Therry
    18:56 on October 9th, 2008

    Genial gschrieben! :) Vorallem der Tipp zu We Will Rock You gefällt mir!!!! Es stimmt das Musical war total scheiße, vorallem wenn nman Raimundtheater gwöhnt is! Aber die Kinder warn doch ur liab! Und das die gar net gsungen ham stimmt gaR NET! Aber ich bin ja sowieso nur wegen dem Máté Kamarás hingangen, der hat den Pharao gspielt hat somit unseren Abend gerettet! Da merkt ma gleich WER singen kann!

    Aber was mich am meisten angangen is war diese Erzählerin! Die hat die ganze Zeit das Publikum sowas von derbst verarscht! Ich mein OK, es isn Kinder und Familienmusical, aber so kindisch muss sie sich a net aufführn!

    So, das war alles was ich an Senf dazugeben musste!

  6. christine
    22:18 on October 19th, 2008

    Ich habe das Musical ca 10x im Raimundtheater gesehen.
    Es war das beste Musical was ich je gesehen habe.
    Habe mich auf das Musical in der Stadthalle gefreud, aber leider wurde ich enttäsucht.
    Es war eines der schlechtesten Musicals von allen die ich bis jetzt gesehen habe.
    Im Raimundtheater hat die Frau die so oft gesungen hat auch die Geschichte erzählt (also nicht nur gesang).
    Als Joseph im Gefängnis war hatte er ein Gitter davor.
    Die Brüder von Joseph haben dort nicht so ausgesehen als ob sie zu einem Faschingsfest eingeladen sind.
    In der Statdhalle hat man gemerkt, dass sie vergleidet waren.
    So, das war alles was ich dazu sagen wollte.